„Größter Sieg meiner Karriere“: Georg Zimmermann gewinnt Eschborn– Frankfurt
1 Mai 2026 - 19:50
Georg Zimmermann (Lotto Intermarché) hat die 63. Austragung von Eschborn–Frankfurt gewonnen. Nach 4:59:34 Stunden setzte sich der amtierende Deutsche Straßenmeister in einem packenden Zielsprint gegen die Mitfavoriten Tom Pidcock (Pinarello-Q36.5 Pro Cycling Team) und Ben Tulett (Team Visma I Lease a Bike) durch.
„Das ist der größte Sieg meiner Karriere“, sagte Zimmermann im Ziel. „Mein Plan war es, von hinten in die letzte Kurve zu gehen und dann zu attackieren. Das Tempo war allerdings sehr hoch und ich habe befürchtet, dass ich mich verpokert habe. Bei 300 Metern bin ich mit Schwung los und die letzten 150 Meter bin ich von vorne gefahren. Ich habe alles aufs Pedal geworfen und gehofft, dass keiner mehr rankommt. So war es zum Glück auch. In diesem schönen Trikot wollte ich unbedingt ein Rennen gewinnen. Umso schöner, dass es hier in Frankfurt geklappt hat.“
Zimmermann ist erst der elfte deutsche Fahrer, der den Radklassiker Eschborn–Frankfurt gewonnen hat und der erste seit Pascal Ackermann im Jahr 2019. Nach 211 Kilometern und 3.300 Höhenmetern jubelte im Ziel auch Zimmermanns Teamkollege Jonas Rutsch. Der 28-Jährige fuhr in einer frühen Ausreißergruppe und sammelte mit engagierten Antritten regelmäßig Punkte bei den Bergwertungen. Mit seinem Antritt beim dritten und letzten Anstieg am Burgweg sicherte sich der Erbacher schließlich die entscheidenden Zähler und wurde bester Bergfahrer der 63. Austragung von Eschborn–Frankfurt.
„Bei dem nochmals verschärften Streckenprofil war es klar, dass ich nur etwas bewirken kann, wenn ich von Beginn an vorne mitfahre“, sagte Rutsch. „Dass ich um die Bergwertung kämpfe, war nicht geplant und hat sich erst im Verlauf ergeben. Bei dem unglaublich schnellen Rennen sind mir am Ende die Lichter ausgegangen. Umso schöner, dass Georg gewonnen hat.“
Prognosen für ein selektives Rennen bewahrheiten sich
Bei strahlendem Sonnenschein ging das Feld mit 146 Fahrern am Eschenplatz in Eschborn ins Rennen. Nach der ersten Durchfahrt durch Frankfurt bildete sich die erste Ausreißergruppe des Tages. Zunächst bestimmten Thomas Gachignard und Samuel Leroux (beide TotalEnergies) das Geschehen. Matyáš Kopecký (Unibet Rose Rockets) und Jonas Rutsch schlossen zu den beiden Franzosen auf, ehe Aivaras Mikutis (Tudor Pro Cycling Team) das Quartett zu einem Quintett komplettierte.
Die fünf Fahrer bauten ihren Vorsprung in der Folge auf zwischenzeitlich mehr als sieben Minuten aus. Das Hauptfeld erhöhte beim zweiten Anstieg zum Feldberg merklich das Tempo und das Peloton reduzierte sich auf rund 50 Fahrer. An der Spitze fiel Mikutis zurück, während Jamie Meehan (Cofidis), Emiel Verstrynge (Alpecin-Premier Tech) und Tim Wellens (UAE Team Emirates-XRG) die Verfolgung aufnahmen und nach 140 Kilometern zum Quartett an der Spitze aufschlossen. Die siebenköpfige Gruppe blieb allerdings nicht lange zusammen. Die beiden Belgier Verstrynge und Wellens setzten sich 60 Kilometer vor dem Ziel ab und hielten den Vorsprung auf das Hauptfeld zunächst bei konstant einer Minute.
Beim letzten Anstieg des Tages hoch zum Mammolshainer kämpfte Verstrynge mit Krämpfen und musste Wellens ziehen lassen. Der 34-Jährige blieb aber nicht lange allein. Zahlreiche Verfolger schlossen auf und es bildete sich eine zwölfköpfige Gruppe um Alex Baudin (EF Education-EasyPost), Pello Bilbao (Bahrain Victorious), Tom Pidcock und Ben Tulett sowie die drei Deutschen Felix Engelhardt (Team Jayco AlUla), Florian Storck (Tudor Pro Cycling Team) und Georg Zimmermann (Lotto Intermarché).
Gemeinsam nahm die Gruppe die letzten 35 Kilometer nach Frankfurt in Angriff, arbeitete im belgischen Kreisel perfekt zusammen und hielt das Hauptfeld bis in die Mainmetropole in Schach. Auf der 6,6 Kilometer langen Schlussrunde in Frankfurt schmolz der Vorsprung auf das Hauptfeld immer weiter. Auf der Zielgeraden schlossen die Verfolger zwar noch einmal auf, konnten aber keinen entscheidenden Einfluss mehr auf den Sprint und den umjubelten Sieg von Zimmermann nehmen.
Rund 250.000 Zuschauer säumten im Laufe des Tages die Strecke und machten Eschborn–Frankfurt einmal mehr zu einem echten Publikumsereignis. Besonders bei den Anstiegen an den bekannten Schlüsselstellen im Taunus und im Zielbereich vor der Alten Oper in Frankfurt herrschte eine beeindruckende Stimmung.
Ergebnis Eschborn–Frankfurt 2026 – Top 3
1. Georg Zimmermann (Lotto Intermarché), 4:59:34 Stunden
2. Tom Pidcock (Pinarello-Q36.5 Pro Cycling Team), gleiche Zeit
3. Ben Tulett (Team Visma I Lease a Bike), gleiche Zeit