Eschborn–Frankfurt 2026 und die Frage nach dem richtigen Moment

30 April 2026 - 14:41

Stimmen der Fahrer und vom Sportlichen Leiter Fabian Wegmann vor dem Radklassiker am 1. Mai

Der Countdown für Eschborn–Frankfurt läuft. Am Freitag steigt die 63. Auflage des Radklassikers. Über 3.300 Höhenmeter und neue Schlüsselpassagen machen das UCI-WorldTour-Rennen noch anspruchsvoller als in den vergangenen Jahren. Bergfeste Klassikerfahrer gelten aufgrund des verschärften Profils als Favoriten.

Der Renntag beginnt in Eschborn. Auf dem Eschenplatz erfolgt um 11:45 Uhr der Startschuss für das UCI-WorldTour-Rennen. Nach einem ersten Abstecher nach Frankfurt führt die Strecke in den Taunus. Dort verlangt der Kurs den Fahrern in diesem Jahr deutlich mehr ab als in der Vergangenheit.

Insbesondere die Kombination aus den beiden Feldberg-Passagen, drei Fahrten über den neu integrierten Burgweg in Schmitten-Niederreifenberg und den Überquerungen des Mammolshainer Stichs sorgt dafür, dass sich das Rennen über mehrere Phasen hinweg zuspitzt.

Gerade am Mammolshainer Stich, wo die Fahrer dreimal über den steilen Anstieg geführt werden, ist mit entscheidenden Rennsituationen zu rechnen. Hier trennt sich traditionell das Feld, und auch 2026 dürfte dieser Abschnitt eine Schlüsselrolle spielen, ehe sich die Fahrer auf die letzten 35 Kilometer zurück nach Frankfurt machen.

Vor der Alten Oper steht eine 6,6 Kilometer lange Schlussrunde inklusive einer weiteren Zielpassage an, bevor gegen 17:00 Uhr der Sieger des Radklassikers 2026 feststeht.


Breites Favoritenfeld mit unterschiedlichen Rennszenarien

Die Liste der potenziellen Siegkandidaten ist lang: Søren Kragh Andersen, Alex Aranburu, Jon Barrenetxea, Pello Bilbao, Brandon McNulty, Magnus Cort Nielsen oder Tom Pidcock sind nur einige Fahrer, die auf dem anspruchsvollen Terrain ihre Stärken ausspielen können.

Demgegenüber stehen endschnelle Fahrer im Feld, deren Chancen stark davon abhängen werden, wie selektiv das Rennen im Taunus gefahren wird. Zu diesem Fahrertyp gehören unter anderem die deutschen Starter Pascal Ackermann und Lokalmatador John Degenkolb.

Aus deutscher Sicht richtet sich der Blick jedoch nicht nur auf etablierte Namen wie Ackermann, Degenkolb oder Nils Politt, sondern auch auf weitere Fahrer wie Felix Engelhardt, Lennard Kämna und Georg Zimmermann.


John Degenkolb (Team Picnic PostNL):
„Der Radklassiker ist für mich ein ganz besonderes Rennen, weil ich mit der Region eng verbunden bin. Ich lebe in Oberursel im Taunus und kenne die Straßen, die Anstiege und die Atmosphäre hier natürlich sehr gut. Genau das macht dieses Rennen für mich so speziell.

Man fährt nicht irgendwo, sondern quasi vor der eigenen Haustür – und das spürt man entlang der ganzen Strecke. Gerade im Taunus und später in Frankfurt ist die Stimmung immer etwas Besonderes. Es ist einfach schön, sich hier vor heimischem Publikum präsentieren zu können und bei einem Rennen zu starten, das in der Region so tief verankert ist.“

Pascal Ackermann (Team Jayco AlUla):
„Eschborn–Frankfurt ist für mich immer etwas Besonderes. Ich verbinde mit dem Rennen unglaublich schöne Erinnerungen, vor allem an meinen Sieg 2019 im Meistertrikot.

Klar, die Strecke ist inzwischen deutlich schwerer geworden und für uns Sprinter nicht einfacher. Trotzdem bleibt es ein Rennen, bei dem ich unheimlich gerne am Start stehe. Gerade in Deutschland zu fahren, vor den vielen Fans und mit dieser besonderen Stimmung in Frankfurt und im Taunus, bedeutet mir viel.

In diesem Jahr ist es für mich außerdem ein wichtiger Formtest mit Blick auf den Giro d’Italia.“


 

Nils Politt (UAE Team Emirates-XRG):
„Eschborn–Frankfurt ist für mich jedes Jahr ein wichtiges Rennen, weil es einfach etwas Besonderes ist, vor deutschem Publikum zu fahren. Die Strecke ist mittlerweile deutlich anspruchsvoller, das kommt einem Klassikerfahrer natürlich eher entgegen.

Trotzdem braucht man am Ende nicht nur gute Beine, sondern auch ein starkes Team und die richtige Rennsituation. Genau das wollen wir uns erarbeiten. Die Atmosphäre im Taunus und später in Frankfurt ist immer richtig gut, und am 1. Mai hat das Rennen einen ganz eigenen Charakter.

Deshalb freue ich mich, wieder dabei zu sein und mich in Deutschland zeigen zu können.“


 

Lennard Kämna (Lidl-Trek):
„Ich freue mich sehr auf Eschborn–Frankfurt. Für jeden deutschen Fahrer ist das etwas Besonderes. Das Rennen zeichnet sich durch eine ganz besondere Atmosphäre aus – entlang der Strecke herrscht überall eine tolle Stimmung.

Vor allem aber bietet das Rennen vielen Fahrern die Chance auf den Sieg. Es ist sehr vielseitig gestaltet und offen für verschiedene Fahrertypen. Darauf freue ich mich besonders.“


 

Fabian Wegmann (Sportlicher Leiter von Eschborn–Frankfurt):
„Wir haben die Strecke in den vergangenen Jahren Schritt für Schritt anspruchsvoller gemacht, und ich glaube, dass wir jetzt ein sehr spannendes Profil gefunden haben.

Eschborn–Frankfurt entwickelt sich damit wieder mehr zu einem Klassiker für starke Allrounder, ohne den Charakter des Rennens zu verlieren. Genau dieser Mix aus Taunus, schweren Anstiegen und dem Finale in Frankfurt macht das Rennen so besonders.

Für mich hat Eschborn–Frankfurt ohnehin einen ganz persönlichen Stellenwert, weil ich hier selbst schöne Erfolge feiern durfte. Umso mehr freut es mich, dass wir den Fans und den Fahrern auch in diesem Jahr wieder ein hochklassiges Rennen bieten können.“


Mehr Informationen zum Rennen und zum Rahmenprogramm:

www.eschborn-frankfurt.de