 |
Offizieller Partner
für Werbetechnik
|
 |
 |
|
|
 |
|
Profirennen 2008 |
 |
Hat der Niederländer Karsten Kroon das letzte Rennen von „Rund um den Henninger-Turm“ gewonnen? |
 |
Von Jörg Hanau, Frankfurter Rundschau
 | Karsten Kroon gewinnt zum 2. Mal am Henninger-Turm (Foto: Schaaf) | Eigentlich lief alles nach Plan. „Wir haben 179 Kilometer lang alles richtig gemacht, sind taktisch sehr gut gefahren“, sagte Davide Rebellin mit traurigem Blick. Eine Sekunde der Unachtsamkeit reichte, um auf den letzten Metern vor dem Ziel des Frankfurter Radklassikers „Rund um den Henninger-Turm“ den erhofften Sieg für das Team Gerolsteiner doch noch aus den Händen zu geben. Als der spätere Sieger Karsten Kroon den entscheidenden Sprint auf der Darmstädter Landstraße anzog, "gab es dieses Loch, das ich nicht mehr zufahren konnte“, berichtete der Italiener, der wie schon vorigen Sonntag beim Klassiker Lüttich-Bastogne-Lüttich Zweiter wurde. Der Kolumbianer Maurico Ardila (Rabobank) sprintete als Dritter aufs Podium.
Für Kroon war es nach 2004 bereits der zweite Erfolg unterm Henninger-Turm. „Der Sieg ist für mich die Bestätigung für meine gute Form in diesem Frühjahr“, sagte der CSC-Profi, der im Finale vor Selbstbewusstsein gestrotzt hatte: "Ich konnte im Sprint nicht mehr verlieren.“ Dabei war sein dänisches Team nur mit fünf Fahrern am Start. „Für zwei war es das erste große Rennen, der Dritte hatte noch Jetlag“, sagte Kroon, der allerdings bis zum Ziel den Luxemburger Andy Schleck an seiner Seit hatte – einen starken Helfer.
„Wir werden auf Angriff fahren“, hatte Fabian Wegmann vor dem Start angekündigt, und die Gerolsteiner ließen den Worten des amtierenden deutschen Meisters rasch Taten folgen.
 | | Das Feld am Mammolsheimer Berg | Die Wasserträger aus der Eifel kontrollierten vom ersten Kilometer an das Feld, waren mit Johannes Fröhlinger im ersten Ausreißerduo vertreten und dominierten nicht nur numerisch auch eine zunächst knapp 20 Fahrer starke Gruppe, die sich Mitte des Rennens formierte. Gerolsteiner forcierte ständig das Tempo: Im Windschatten von Wegmann, Ronny Scholz, Peter Wrolich und Andrea Moletta pedalierte Kapitän Rebellin durch den Taunus. Einem Ausscheidungsrennen gleich hetzten die Profis den Mammolshainer Berg hinauf. Nach einer weiteren Tempoverschärfung durch Rebellin und Wegmann am steilsten Stück des Anstiegs schmolz diese Zweckgemeinschaft auf Zeit auf neun Fahrer zusammen, die dann auch gemeinsam mit knapp anderthalb Minuten Vorsprung auf das Hauptfeld Frankfurt erreichen und auf die drei 4,5-Kilometer langen Schlussrunden um den Henninger-Turm einbiegen sollten.
"Wir haben heute alle Erwartungen erfüllt“, fand Gerolsteiner-Teamchef Hans-Michael Holczer lobende Worte für seine Profis, die zwar die beste Mannschaft am 1. Mai stellten, aber eben nicht den schnellsten Fahrer. Der hieß Karsten Kroon. Bleibt die Frage, ob der Niederländer als 47. zugleich der letzte Sieger des Frankfurter Radklassikers sein wird, der gestern noch einmal unter der Flagge der Frankfurter Bierbrauer ausgetragen wurde. Wen man am Donnerstag auch fragte, niemand konnte oder wollte sich vorstellen, dass es das Traditionsrennen im nächsten Jahr nicht mehr geben wird. Noch sieht es allerdings ganz danach aus.
„Es gibt viele Gespräche, wir haben aber noch keinen gefunden, der als Sponsor einsteigen will“, sprach Veranstalter Bernd Moos-Achenbach am Vorabend des Rennens Klartext und forderte: „Wir brauchen die Politik.“ Frankfurts OB Petra Roth hatte im vergangenen Jahr öffentlich bekundet, solange sie im Amt sei, werde es das Frankfurter Radrennen geben. Ein Aussage, an der sie sich jetzt messen lassen muss. Die CDU-Politikerin war bei der Oberbürgermeisterwahl im Januar 2007 für weitere sechs Jahre in ihrem Amt bestätigt worden.
„Ich bin mit dem Rennen aufgewachsen“, sagte der geschäftsführende Hessische Ministerpräsident Roland Koch am Morgen beim Start der Velotour für Hobbyradler im Main-Taunus-Zentrum. Das Henninger-Rennen sei ein Stück regionale Identität und „besitzt trotz aller Schwierigkeiten im Radsport einen hohen Werbeeffekt für das Rhein-Main-Gebiet“. Auch Koch will dem Veranstalter bei der Sponsorensuche hilfreich zur Seite stehen. Derlei Bekundungen erfuhr Moss-Achenbach in den vergangenen Tagen zuhauf. Auf konkrete Zusagen wartet der Geschäftsmann aus Sulzbach bislang aber vergeblich.
Als „sehr interessant“ wertete Moos-Achenbach hingegen die Gespräche mit Jérémy Botton. Der stellvertretende Radsportdirektor des Tour-de-France-Veranstalters Amaury Sport Organisation (ASO) war auf Einladung des Veranstalters nach Frankfurt gereist. „Ohne Hintergedanken“, wie Botton betonte. Ihm war natürlich klar, dass seine Anwesenheit die Gerüchteküche zum Brodeln bringen würde. Also wiegelte er ab:„Ich bin zum Vergnügen hier.“ An einen Einstieg der ASO beim Frankfurter Radklassiker sei jetzt noch nicht zu denken, bestätigte Moos-Achenbach. Der Franzose dürfte in der ASO-Zentrale in Issy-les-Moulineaux nach seiner Rückkehr aber von der ungebrochenen Begeisterung rund um den deutschen Frühjahrsklassikers berichten, der wie Paris-Roubaix oder Lüttich-Bastogne-Lüttich zu den Monumenten des Radsport zählt. Und deshalb prächtig ins Portfolio der ASO passen würde, die ein eigene Rennserie fern der ProTour aufbauen will.
(Quelle: Frankfurter Rundschau, 2. Mai 2008) |
 |
 |
|
|
 |
|
|
|
|
 |
RADSPORT NACHRICHTEN |
 |
 |
|
 |
 |
 |
 |
 |
|
 |
 |
powered by Radsport
aktiv |
|
 |
 |
 |
 |
HOTEL-EMPFEHLUNGEN |
 |
 |
|
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
|
|