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Ein Herz für behinderte Sportler
Handbiker beim Frankfurter Radklassiker am Start
Foto: Thomas Weinsheimer
Handbiker starteten am 1. Mai 2009 zum ersten Mal beim Frankfurter Radklassiker. „Es hat sich herausgestellt, dass dies unproblematisch ist“, sagt Veranstalter Bernd Moos-Achenbach. „Wir habensie mit den Inline Skatern auf die Marathonstrecke gehen lassen.“ Mit 20 bis 50 Startern rechnet Bernd Moos-Achenbach zum Auftakt. Die Handbiker hatten ihr Rennzentrum in Eschborn, wo sie auf die 42,195 Kilometer lange Distanz gingen und später ins Ziel kamen. Ihre Schleife führte sie aber auch in die City von Frankfurt, von der sie über den Riedberg in den landschaftlich schönen Vordertaunus gefahren sind. Das Streckenprofil der „Eschborn-Frankfurt City Loop“ ist für Handbiker anspruchsvoll. Meistens starten sie bei Marathons, die in der Regel flach sind. Im Vordertaunus gibt es allerdings einige Steigungen zu überwinden. Zwei, drei Jahre – so rechnen Kenner der Szene – wird es dauern, bis sich der Reiz dieses Kurses unter den Handbikern herumgesprochen hat. Auch 2010 hat sich das Team um Organisationsleiter Rolf Heine wieder auf die Handbiker eingestellt.

Foto: Thomas Weinsheimer
Sie können nicht gehen und sind auf Hilfsmittel angewiesen: In Deutschland sitzen rund eine halbe Million Menschen im Rollstuhl, um sich fortzubewegen. Die Kraftvollen und Aktiven unter ihnen treiben Sport, sogar Wettkampfsport. Sie koppeln dazu Fahrradteile an ihre Rollstühle oder entwicklen komplett neue Fahrzeuge, wie die wettkampfgerechten Handbikes, die ausschließlich mit den Armen fortbewegt werden und bei denen die Beine ruhen. 1983 wurde das erste moderne Handbike in den USA gebaut, 1990 kam es als „Cycle One“ der Firma Shadow nach Europa. Heute gibt es viele Hersteller und Typen. Wichtig zum Schutz sind immer: Helm und auffällige Kleidung. Die Kosten für ein Handbike belaufen sich auf 3000 bis 5000 Euro.

Sportlich siedelten sich die Handbiker beim Radsport-Weltverband UCI an. Wettbewerbe aber bestreiten sie auch bei den Leichtathleten, die sie gerne aufgenommen haben. Der Wettkampfkalender bietet viele Gelegenheiten zum Kräftemessen. Die Besten finden sich in Firmen-Teams zusammen, die von bekannten Rollstuhlherstellern wie Otto Bock oder Sopur gesponsert werden.

Der Handbiker-Wettbewerb in Frankfurt und Eschborn hat das Potential für vieles: verschiedene Behindertenklassen, aber auch als Distanz für einen Europa- oder Weltcup. „Wir wollen nicht gleich die höchsten Ziele ins Auge fassen“, sagt Bernd Moos-Achenbach. „Kontinuierlich werden wir auch diesen Wettbewerb entwickeln...“
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